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EMPB-Vorlage: leeres Formblatt und ausgefüllter Bericht
Ein leeres EMPB-Formblatt nach VDA Band 2 und ein vollständig ausgefüllter Bericht zum selben Teil – beides als PDF, ohne Anmeldung. Dazu, was in jedes Feld gehört und woran ein Bericht am häufigsten scheitert.
Die zwei Blätter
- Ausgefüllter Erstmusterprüfbericht (PDF, 3 Seiten) – eine Lagerbuchse als Neuteil, Vorlagestufe 2, fünf Musterteile, acht Merkmale, eines davon n.i.O. mit abgeschlossener Nacharbeit. Erfundene Firmen, echter Ablauf.
- Leeres Formblatt (PDF, 2 Seiten) – Deckblatt und Merkmalsliste mit zwölf Zeilen für fünf Musterteile, zum Ausdrucken und Ausfüllen.
Beide Dateien dürfen Sie in Ihrem Betrieb verwenden und an Ihre Kunden schicken. Keine Anmeldung, keine E-Mail-Adresse, kein Wasserzeichen.
Das ausgefüllte Muster steht bewusst zuerst. Wer nach einer EMPB-Vorlage sucht, hat meist nicht das Problem, dass ihm ein leeres Blatt fehlt – sondern die Frage, wie ein richtig ausgefüllter aussieht. Deshalb ist das Muster ein Bericht mit einem Merkmal außerhalb der Toleranz: ein Muster, in dem alles stimmt, zeigt nicht, was zu tun ist, wenn es darauf ankommt.
Welche Vorlage gilt – Ihre oder die des Kunden?
Die kurze Antwort: die des Kunden, wenn er eine vorgibt. Große Automobilhersteller und Tier-1 verlangen ihr eigenes Formblatt, meist als Excel-Datei aus dem Lieferantenportal, mit festen Feldnamen und einer Zeilenzahl, die nicht mitwächst. Wer dort seinen eigenen Bericht anhängt, bekommt ihn zurück.
Das Formblatt hier ist für alle anderen Fälle: für Kunden ohne eigene Vorlage, für die interne Bearbeitung, bevor die Zahlen ins Kundenformular wandern, und als Maßstab dafür, ob ein Bericht vollständig ist. Die Felder kommen aus VDA Band 2 (PPF) – Gestaltung und Satz sind unsere, Zeichen des VDA stehen nicht darauf.
Das Deckblatt, Feld für Feld
| Feld | Was hineingehört | Der häufigste Fehler |
|---|---|---|
| Lieferant und Kunde | Name, Anschrift, Lieferanten- bzw. Kundennummer, Ansprechpartner der Qualität. Die DUNS-Nummer verlangen nicht alle, aber wer sie hat, trägt sie ein. | Der Ansprechpartner ist der Vertrieb statt der Qualität – Rückfragen zum Bericht gehen dann einmal im Kreis. |
| Teil | Sachnummer, Benennung, Zeichnungsnummer mit Index und Änderungsstand, Werkstoff mit Werkstoffnummer. | Der Index fehlt oder ist der alte. Dann bemustern Sie nachweislich gegen eine andere Zeichnung als die bestellte. |
| Sicherheitsrelevant (D/TLD) | Ja, wenn die Zeichnung oder der Kunde das Teil so kennzeichnet. D, TLD, S, ▽, ◆ – die Zeichen unterscheiden sich je Kunde. | Auf »nein« stehen gelassen, weil es voreingestellt war. Genau deshalb ist das Feld im leeren Formblatt leer und nicht vorbelegt. |
| Vorlagegrund | Genau einer: Neuteil, Werkstoff-, Verfahrens- oder Konstruktionsänderung, Verlagerung, neues Werkzeug, Requalifikation. | »Neuteil« für eine Änderung. Der Grund entscheidet mit, welche Nachweise der Kunde erwartet. |
| Vorlagestufe | Die Stufe, die der Kunde verlangt – sie bestimmt, was Sie einreichen und was Sie nur im Haus behalten. | Alles einreichen, was man hat. Mehr ist nicht besser: jede Anlage wird geprüft, und jede kann zurückkommen. |
| Lieferung der Muster | Datum, Termin, Bestellnummer, Lieferschein, Menge. | Die Bestellnummer fehlt, und der Bericht lässt sich beim Kunden keinem Vorgang zuordnen. |
| Anlagen | Was beiliegt: ballonierte Zeichnung, Messergebnisse, Werkstoffzeugnis nach EN 10204 mit Chargennummer, IMDS-Nummer. | Das Zeugnis liegt bei, aber die Charge darauf ist nicht die der Musterteile. |
| Ergebnis und Freigabe | Gesamturteil, Zahl der Merkmale und der n.i.O.-Merkmale, Unterschrift mit Name, Funktion und Datum. | »i.O.« als Gesamturteil, obwohl ein Merkmal außerhalb liegt. Ein offener Befund gehört auf das Deckblatt, nicht versteckt in Zeile 37. |
Die Merkmalsliste: eine Zeile je Merkmal
Das zweite Blatt ist die eigentliche Arbeit. Je Merkmal eine Zeile, und in jeder Zeile steht dieselbe Kette: was auf der Zeichnung steht → was daraus als Grenzmaß folgt → womit gemessen wurde → was gemessen wurde → das Urteil.
- Nr. – die Nummer des Ballons auf der gestempelten Zeichnung. Sie ist die Verbindung zwischen Papier und Teil; ohne sie muss der Prüfer beim Kunden jedes Maß selbst suchen.
- Zeichnungsangabe – der Text, wie er auf der Zeichnung steht:
Ø20 H7,45 ±0,1,Ra 1,6. Nicht umgerechnet, nicht vereinfacht. - Nennmaß, Abmaße, OGW/UGW – das Grenzmaß, gegen das entschieden wird.
Bei
H7undh9kommt es aus ISO 286, bei Maßen ohne eigene Toleranz aus der Allgemeintoleranz des Schriftfelds (meist ISO 2768). - BM – besonderes Merkmal. Diese Zeilen sind die, auf die der Kunde zuerst schaut, und für sie verlangt er oft Cpk-Werte.
- Prüfmittel – welches, mit Inventarnummer. Ein Messschieber an einer H7-Bohrung ist ein Rückweisungsgrund, auch wenn die Zahl stimmt.
- Teil 1 … n – der Messwert je Musterteil, nicht der Mittelwert. VDA Band 2 nennt keine Stückzahl; AIAG fordert für PPAP mindestens sechs Teile, üblich sind fünf.
- Urteil – i.O. oder n.i.O. je Merkmal. Ein n.i.O. ohne Bemerkung, was daraus wurde, ist ein halber Bericht.
EMPB, PPF, PPAP – dasselbe Blatt?
Nein, aber sie beantworten dieselbe Frage. EMPB ist das deutsche Wort für das Dokument, PPF das Verfahren nach VDA Band 2, PPAP das amerikanische Gegenstück nach AIAG. Wer für einen deutschen Automobilkunden bemustert, liefert in aller Regel PPF; wer an einen amerikanischen Konzern liefert, PPAP mit dem PSW als Deckblatt. Die Merkmalsliste darunter ist in beiden Fällen fast dieselbe.
Ausführlich: VDA 2 oder PPAP? und Was ist PPAP?. Welche Vorlagestufe was verlangt, steht in PPAP Level 1 bis 5.
Vier Punkte vor dem Absenden
- Index prüfen. Zeichnungsindex auf dem Deckblatt, auf der ballonierten Zeichnung und in der Bestellung müssen derselbe sein.
- Jedes Maß hat eine Grenze. Ein Merkmal ohne OGW/UGW ist ein Merkmal, gegen das niemand entscheiden kann – auch nicht der Prüfer beim Kunden.
- Charge durchziehen. Die Chargennummer der Musterteile steht auf dem Zeugnis, im Lieferschein und auf dem Etikett.
- Jedes n.i.O. hat einen Ausgang. Nacharbeit, Sonderfreigabe oder Abweichungsgenehmigung – aber nicht nichts. Wird daraus eine Reklamation, geht es weiter mit dem 8D-Bericht.
Und wenn Sie es nicht abschreiben wollen
Die zwei PDF oben sind mit demselben Satz erzeugt, den irot Erstmuster für den echten Bericht benutzt – Sie sehen also genau das, was das Programm ausgibt. Der Unterschied ist, woher die Zeilen kommen: dort aus der PDF-Zeichnung, gestempelt und mit Grenzmaßen nach ISO 2768 und ISO 286, statt aus der Hand. Wie viele Merkmale auf Ihrer Zeichnung stehen, sagt Ihnen vorab der Merkmalszähler, ohne Anmeldung.
Quellen und Stand
- VDA Band 2 »Sicherung der Qualität von Lieferungen – Produktionsprozess- und Produktfreigabe (PPF)«, Verband der Automobilindustrie.
- AIAG »Production Part Approval Process (PPAP)«, 4th Edition.
- ISO 286-1/-2 (ISO-Toleranzsystem), ISO 2768-1/-2 (Allgemeintoleranzen), EN 10204 (Arten von Prüfbescheinigungen).
- Die Felder des Formblatts folgen VDA Band 2; Gestaltung, Satz und Wortlaut sind unsere. Es trägt keine Zeichen des VDA und ist nicht vom VDA freigegeben.
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