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PPAP-Deckblatt (Part Submission Warrant, PSW): jedes Feld erklärt

Der Part Submission Warrant (PSW) ist das Deckblatt des PPAP: eine Seite, die zusammenfasst, welches Teil vorgelegt wird, aus welchem Anlass, in welchem Level, mit welchem Ergebnis – und wer dafür unterschreibt. Was in die einzelnen Abschnitte gehört, in eigenen Worten erklärt.

Stand: · irot Erstmuster

Was das PSW ist

Der Part Submission Warrant, kurz PSW, ist das Deckblatt, mit dem ein Lieferant seine Unterlagen nach dem Production Part Approval Process (PPAP) der AIAG beim Kunden einreicht. Im Deutschen spricht man vom PPAP-Deckblatt. In der Liste der PPAP-Elemente steht es als eigenes Element – und es ist das einzige, das bei jedem Level eingereicht wird, auch dann, wenn sonst nichts mitgeht.

Mit seiner Unterschrift erklärt der Lieferant, dass die Musterteile aus dem Serienprozess stammen und dass die Ergebnisse im Paket an genau diesen Teilen gewonnen wurden. Das PSW ist damit mehr als ein Inhaltsverzeichnis: Es ist die Aussage, auf die sich der Kunde bei der Freigabe stützt.

Das deutsche Gegenstück ist das PPF-Deckblatt nach VDA Band 2. Beide fassen dasselbe zusammen, sind aber verschieden aufgebaut. Welches Ihr Kunde verlangt, steht in VDA 2 oder PPAP?

Warum hier kein Formblatt steht

Das Formblatt des PSW gehört zum PPAP-Handbuch der AIAG. Wir bilden es nicht nach und geben keinen Wortlaut wieder, sondern erklären den Inhalt der Abschnitte in eigenen Worten. Die gültige Fassung bekommen Sie über die AIAG oder als Vorlage Ihres Kunden – viele Kunden schreiben eine eigene Fassung vor, manchmal mit zusätzlichen Feldern. Dann gilt deren Fassung.

Die Abschnitte, einer nach dem anderen

Teiledaten

Oben steht, um welches Teil es geht:

  • Teilenummer des Kunden und Benennung – so, wie sie in der Bestellung und auf der Zeichnung stehen, nicht die eigene Sachnummer.
  • Zeichnungsnummer und Änderungsstand – der Index der Zeichnung, gegen die bemustert wurde, mit Datum. Weitere freigegebene technische Änderungen, die noch nicht in die Zeichnung eingearbeitet sind, werden eigens genannt.
  • Bestellnummer – damit der Kunde das Paket einem Vorgang zuordnen kann.
  • Sicherheit und behördliche Vorschriften – ja oder nein: ob das Teil Merkmale hat, die Sicherheit oder gesetzliche Vorgaben berühren. Die Antwort ergibt sich aus der Zeichnung und den Vorgaben des Kunden, nicht aus der Gewohnheit.

Der Änderungsstand ist das Feld mit den meisten Folgen. Steht auf dem Deckblatt ein anderer Index als auf der gestempelten Zeichnung oder in der Bestellung, ist nicht mehr klar, welches Teil eigentlich bemustert wurde.

Lieferant und Kunde

Wer liefert: Name des Lieferanten, seine Lieferantennummer beim Kunden und die Anschrift des Werks, in dem die Teile gefertigt wurden. Wer empfängt: der Kunde, gegebenenfalls sein Werk oder Geschäftsbereich und der zuständige Einkäufer. Die Lieferantennummer ist die, unter der Sie beim Kunden geführt werden.

Grund der Vorlage

Hier kreuzen Sie an, warum Sie vorlegen. Das Formblatt sieht dafür eine Reihe von Gründen vor; sinngemäß sind das unter anderem:

  • erste Vorlage eines neuen Teils,
  • technische Änderung, etwa ein neuer Zeichnungsindex,
  • Werkzeug verlagert, ersetzt, überholt oder zusätzlich,
  • Korrektur einer Abweichung,
  • Werkzeug längere Zeit nicht in Gebrauch,
  • anderer Werkstoff oder andere Ausführung,
  • Wechsel eines Unterlieferanten oder der Werkstoffquelle,
  • geänderte Fertigung,
  • Fertigung an einem zusätzlichen Standort,
  • Sonstiges – mit Erklärung.

Den genauen Wortlaut hat das Formblatt, das Ihr Kunde vorgibt. Wer von den Anlässen nach VDA Band 2 kommt, findet nicht für jeden ein Gegenstück; passt keiner der Gründe, gehört der Anlass unter »Sonstiges« und wird ausgeschrieben. Der Grund bestimmt mit, welche Nachweise der Kunde erwartet – ein falsch angekreuzter Grund ist einer der formalen Fehler, mit denen ein Paket zurückkommt.

Vorlagestufe (Level)

Das Level, das der Kunde angefordert hat. Es legt fest, was mit dem PSW eingereicht wird und was nur beim Lieferanten bereitliegt. Steht in der Bestellung keines, ist in der Praxis Level 3 gemeint – fragen Sie trotzdem nach, bevor Sie messen. Was jedes Level verlangt, steht in PPAP Level 1 bis 5; welche Unterlagen das für Ihr Teil konkret sind, rechnet der PPAP-Umfangsplaner aus.

Das Level ist keine Vorlagestufe nach VDA Band 2, auch wenn die Zahl gleich ist. Tragen Sie auf dem PSW das PPAP-Level ein, das der Kunde genannt hat.

Ergebnisse der Vorlage

Dieser Abschnitt sagt, welche Ergebnisse dem PSW zugrunde liegen – Maßprüfung, Werkstoff- und Funktionsprüfungen, Aussehen, statistische Prozessdaten – und stellt dann die entscheidende Frage: Erfüllen die Ergebnisse alle Anforderungen aus Zeichnung und Spezifikation? Ja oder nein.

  • Nur ankreuzen, was wirklich beiliegt oder bereitliegt. Eine angekreuzte Prüfung, deren Bericht fehlt, fällt beim Kunden sofort auf.
  • »Nein« braucht eine Erklärung. Liegt ein Merkmal außerhalb der Toleranz, gehört das offen auf das Deckblatt, mit dem, was daraus geworden ist – Nacharbeit, Abweichungsgenehmigung, neue Muster.
  • »Ja« bei einem n.i.O. ist der schwerste Fehler auf dem ganzen Blatt. Der Kunde findet das Merkmal im Maßbericht, und dann steht das ganze Paket in Frage.

Wird mit mehreren Nestern, Formen oder Fertigungslinien gefertigt, muss erkennbar sein, für welche davon die Ergebnisse gelten. Wie Ihr Kunde das aufgeteilt haben will, klären Sie vor dem Messen.

Gewicht

Das Deckblatt fragt nach dem Gewicht des Teils. Einheit und Genauigkeit gibt das Handbuch vor, und Ihr Kunde kann Eigenes verlangen. Nehmen Sie einen gewogenen Wert der Musterteile, keinen aus dem CAD-Modell oder aus einem alten Datenblatt. Der Wert sollte zu dem Gewicht passen, das Sie in der Materialdatenmeldung angegeben haben – zwei verschiedene Zahlen für dasselbe Teil fallen auf.

Materialdaten und IMDS

Ein Abschnitt fragt, ob die Materialdaten gemeldet sind, die der Kunde verlangt – in der Automobilindustrie in aller Regel über das IMDS (International Material Data System), sonst in dem Format, das der Kunde vorgibt. Ohne angenommenen IMDS-Eintrag gibt die Automobilindustrie in der Regel nicht frei. Tragen Sie deshalb erst »gemeldet« ein, wenn der Eintrag beim Kunden angekommen ist, und halten Sie die Nummer der Meldung bereit.

Erklärung und Unterschrift

Am Ende steht die Erklärung des Lieferanten, sinngemäß: Die Musterteile stehen für die Serie, sie wurden mit dem Serienprozess gefertigt, die Ergebnisse wurden an ihnen gewonnen, und jede Abweichung ist genannt. Darunter unterschreibt eine dazu befugte Person mit Name, Funktion, Kontaktdaten und Datum.

Unterschreiben sollte, wer das Paket inhaltlich kennt – in kleinen Betrieben meist die Leitung der Qualität. Eine Unterschrift ohne Name, Funktion oder Datum macht das Deckblatt unvollständig.

Viele Fassungen haben zusätzlich ein Feld, das nur der Kunde ausfüllt: dort vermerkt er seine Entscheidung. Lassen Sie es leer.

Vor dem Absenden prüfen

  • Änderungsstand auf dem Deckblatt, auf der gestempelten Zeichnung und in der Bestellung stimmen überein.
  • Der angekreuzte Grund der Vorlage passt zum tatsächlichen Anlass.
  • Das Level ist das, das der Kunde angefordert hat – nicht das aus dem letzten Projekt.
  • »Alle Anforderungen erfüllt« ist nur angekreuzt, wenn kein Merkmal n.i.O. ist; sonst steht die Erklärung daneben.
  • Das Gewicht ist gewogen und passt zur Materialdatenmeldung.
  • Die IMDS-Meldung ist beim Kunden angekommen.
  • Unterschrift, Name, Funktion und Datum sind vollständig.

PSW und das Deckblatt nach VDA Band 2

Wer für deutsche und amerikanische Kunden fertigt, füllt beide Deckblätter aus. Der Inhalt überschneidet sich weit: Teil und Index, Anlass, Stufe, Gesamturteil, Unterschrift. Die Gliederung, die Liste der Gründe und die Bedeutung der Stufen sind aber verschieden. Ein Formblatt nach VDA Band 2 – leer und als ausgefülltes Muster – finden Sie in der EMPB-Vorlage.

Unter beiden Deckblättern liegt fast derselbe Maßbericht. Wie der Ablauf von der Bestellung bis zur Freigabe insgesamt aussieht, steht in Erstbemusterung: Ablauf von der Anfrage bis zur Serienfreigabe; alle Elemente des PPAP zum Abhaken in der PPAP-Checkliste.

Quellen und Stand

  • AIAG »Production Part Approval Process (PPAP)«, 4th Edition: Gliederung des Part Submission Warrant. Inhalt sinngemäß und in eigenen Worten; das Formblatt ist nicht wiedergegeben.
  • Production part approval process, Wikipedia (englisch), abgerufen 11.09.2026: das PSW als Deckblatt, die Levels und die Elemente des PPAP.
  • Eigene Recherche zur Praxis in deutschen Zulieferbetrieben (Stand September 2026): die Hinweise zu Gewicht, IMDS, Unterschrift und die häufigen Fehler beschreiben die übliche Praxis – sie sind keine Normaussage.

Normtexte sind urheberrechtlich geschützt und kostenpflichtig. Wir geben ihren Inhalt sinngemäß wieder; maßgeblich sind die Norm in der gültigen Fassung und die Vorgaben Ihres Kunden.